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Fachtagung Deutsch Sek. II „Lyrik im 21. Jahrhundert“

Die nächste Fachtagung Deutsch Sekundarstufe II des LISUM findet in Kooperation mit dem Fachverband Deutsch im Deutschen Germanistenverband e.V. vom 16.09. – 17.09.2010 im Literarischen Colloquium Berlin statt.

Thema:         

Lyrik im 21. Jahrhundert. Produktionsreflexion, Ich-Konstruktion, Welthaltigkeit

Zielgruppe:

Lehrkräfte für Deutsch der Sekundarstufe II aus Berlin und Brandenburg

Zeit:        

16.09.2010   15.00 - 18.00 Uhr,
17.09.2010    8.30 - 16.00 Uhr 

Ort:

Literarisches Colloquium Berlin
Am Sandwerder 5
14109 Berlin

Leitung:    

Dr. Anett Pilz (LISUM)/  Ulla Reichelt/Thomas Koch/Fritz Tangermann (Fachverband Deutsch im DGV für Berlin und Brandenburg) unter Mitarbeit von Dr. Gisela Beste (Bundesvorstand DGV)

Zum Inhalt:

In der Tradition der Fachtagungen des Lisum wird das Thema unter fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und unterrichtlichen Aspekten behandelt und versucht, sich der Dichtung und der Poetologie im 21.Jahrhundert zu nähern. Anlass genug sind nicht nur die auffallend vielen Publikationen von Lyrikbänden und Anthologien in den letzten Jahren, sondern auch die mediale Präsenz der Lyrik, sei es in Form der unterschiedlichen Poesiefestivals, der Internet-Plattform lyrikline.org, der Slam-Poetry, der Kurzpräsentation lyrischer Texte im Rundfunk und der zahlreichen Lesungen in Berlin. Damit sind nicht nur Fragen des literarischen Lebens und des Hineinwirkens der Lyrik in die literarische Öffentlichkeit angesprochen, sondern auch solche der Rezeptionsästhetik und der Didaktik.  

Die Auseinandersetzung um die Relevanz der Lyrik ist so alt und aktuell wie eh und je. Für die neueste Lyrik ist jedoch die literaturkritische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Auseinandersetzung (noch) im Fluss. Das kann jedoch kein Grund sein, sie nicht im Unterricht bis hin zu Aufgabenstellungen im zentralen Abitur zu thematisieren und den Mut zu haben, ihre Funktion, Wirkung und Ästhetik zu reflektieren, getreu dem aufgeklärten Wahlspruch „prodesse et delectare“.

Die konkreten Fragen, auf die unsere Tagung eine Antwort finden möchte, sind: Welche Folgerungen sind daraus zu ziehen? Reicht das Alltagswissen aus, um Gedichte zu schreiben oder zu rezipieren? Wo sind die Zugänge zur neuesten Lyrik zu finden? Sind ihre Voraussetzungen eher naiv, fachlich, kontextgebunden, alltagsbezogen, banal, assoziativ, wissenschaftsorientiert, hermetisch innertextuell? Kann man die schwierigen Kontextbereiche überbrücken? Was hat die Fachdidaktik dazu gesagt?

Wenn hinter diesen Fragen ein Traditionsbruch in der Rezeption moderner Lyrik steht, dann bedarf es rezeptionstheoretischer Reflexionen, auf die Prof. Dr. Dirk von Petersdorff (Friedrich-Schiller-Universität Jena) mit einem Beitrag zu "Positionen der Gegenwartslyrik von Gernhardt bis Kling" eingehen wird. Die Aufhebung der Gattungen kommt hier ebenso zur Sprache wie die Frage der historischen Einordnung von Motiven in der modernen Lyrik.

Die Bedeutung von Lyrik heute wird Dr. Peter Geist (Universität Potsdam) untersuchen und zugleich die kritisch-skeptische Frage stellen, worin denn der eigentliche Wert einer guten Analyse liege. Sein Beitrag zielt auf das Arsenal von Analysebegriffen und kanonisierten Deutungen, die en masse von Wissenschaft und Feuilleton produziert werden.

Der Berliner Lyriker Steffen Jacobs, der bereits in einigen didaktischen Materialien vertreten ist, wird Texte moderner Lyrik vorstellen (auch eigene) und mögliche Zugänge zur Diskussion stellen.

Die Frage nach der Zielgruppe heute und inwieweit Lyrik ein Spiegel produktiven Ausdrucks von Welt-, Ich- und Sozialgefühl sein kann, bestimmt die Vorgehensweise von Almuth Meissner (Humboldt-Universität Berlin) und ihren Untersuchungen zur Art und Weise, wie Schülerinnen und Schüler an lyrische Texte herangehen.

Es erwartet Sie zudem eine kleine Textausstellung zu einer vom Vorbereitungsteam ausgewählten Sammlung von Gedichten aus dem 21. Jahrhundert. Sie selbst können mit eigenen Vorschlägen zu einer Tagungsanthologie beitragen und werden hierüber nach Ihrer Anmeldung informiert.

Anmeldung

bis  zum  1.9.2010 unter VA-Nr. 10L221101.
Unter (03378) 209 302 können Sie sich auch per Fax anmelden.

Zur Deckung von Unkosten wird ein Beitrag von 35,00 € für Nichtmitglieder und 25,00 € für Mitglieder des DGV erhoben.

  
 
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